OBESSU ‘Convention on Welfare, Wellbeing and Social Autonomy of School Students’

Erfahrungsbericht von der OBESSU “Convention on Welfare, Wellbeing and Social Autonomy of School Students”

IMG_-fnakgiWir, Svenja Appuhn und Tjark Melchert, beide aktive Schülervertreter*innen in unseren Landesschülervertretungen (Hessen und Niedersachsen), durften vom 2. bis 8 November 2015 das SV-Bildungswerk bei der von der europäischen Schülervertretungsorganisation OBESSU (Organizing Bureau of European School Students Unions) veranstalteten ‚Convention on Welfare’ vertreten. Diese Woche ist wie im Flug vergangen. Eine Woche, in der wir Schülervertreter*innen aus ganz Europa und ihre Projekte kennengelernt haben – eine Woche, in der wir intensiv über das Wohlergehen von Schüler*innen und die dafür notwendigen Maßnahmen diskutiert haben.

IMG_20151108_152205-167x300Angekommen waren wir in Siebenbürgen, Rumänien, in der Nacht vom 2. auf den 3. November. Am Dienstagmorgen begann das Programm in der ungarischen Sapientia-Universität in der Innenstadt. Das Vorbereitungsteam hatte sich offenkundig eine Menge bei der Planung des Kongresses überlegt: Es standen Brainstormingphasen, Berichte, Vorträge, Vergleiche, Arbeits- und Evaluationsphasen an. Dabei ging es stets darum, dass wirtschaftliche, gesundheitliche und soziale Wohlergehen von Schüler*innen in Europa zu verbessern. Hierfür identifizierten wir zuerst ihre Bedürfnisse, sprachen dann über die Möglichkeiten einer rechte- oder bedürfnisorientierten Politik zur Erreichung dieser Ziele und stellten abschließend konkrete Forderungen auf. Spannend war dabei vor Allem der Vergleich verschiedener Sozialsysteme in Europa. Auffallend war, dass manche staatliche Serviceleistungen, wie etwa eine Krankenversicherung für Alle, in Ländern wie Deutschland, Belgien oder Finnland eine Selbstverständlichkeit sind, während andere Länder Serviceleistungen nur für Beitragszahler bereitstellen.

 

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Dass Österreich und Deutschland die einzigen Länder mit einem dreigliedrigen Schulsystem sind, war zwar nichts Neues für uns, dennoch war es bezeichnend, dass die Schülervertreter*innen aus allen anderen Ländern ziemlich schockiert über die frühe Selektion nach der vierten Klasse waren. Eine Präsentation über Bildungsmobilität in Europa zeigte, dass Deutschland den zweitletzten Platz belegt, wenn es darum geht, wie groß die Chance für ein Kind ist, einen höheren Bildungsabschluss als die Eltern zu erreichen. Und es drängte sich für uns einmal mehr der Wunsch auf, die Dreigliedrigkeit abzuschaffen und für mehr Chancengleichheit zu sorgen, so wie unsere Landesschülervertretungen Hessen und Niedersachsen es schon lange fordern. Inspirierend war auch der Vortrag des rumänischen EEP Europaparlamentsabgeordneten Iulius Winkler, der die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre fordert, was europaweit nur in Österreich auf allen Ebenen der Fall ist.

UnknownMit nach Hause nehmen wir auf jeden Fall eine ganze Menge: Neben neuen Methoden, gruppendynamischen Spielen und Rhetorik Skills vor Allem Projektideen und Erfahrungswerte von anderen Schülervertretungen. Wir hoffen, dass dies nicht unser letztes OBESSU Event war und danken dem SV-Bildungswerk ganz herzlich dafür, dass es uns die Teilnahme an dem Kongress ermöglicht hat.